„Clicker im Agility, wozu denn das? Es geht doch auch ohne!“ Sätze wie diese sind auf Hundeplätzen in Deutschland noch sehr verbreitet. Dabei bietet der Clicker (oder ein anderer sekundärer Verstärker) unglaublich viele Möglichkeiten. Der gezielte Einsatz von Clickertraining kann besonders beim Erlernen der Agility Grundlagen sehr hilfreich sein und den Prozess beschleunigen. Für mich ist er zum unerlässlichen Hilfsmittel geworden und ich möchte ihn nicht mehr missen. Damit das ganze funktioniert, muss der Hund natürlich nach jedem Click eine Belohnung bekommen! Einige Beispiele für Clickertraining im Agility:

 

Kontaktzonentraining:

Zum erlernen der 2on/2off Zonen (=2rot/2grün) bieten sich mehrere Möglichkeiten an (Beispiel Laufsteg. Achtung: Es wird nicht der komplette Aufbau beschrieben, sondern nur das Einsatzgebiet des Clickertrainings):

 

Free Shaping

·         Die Position wird frei geformt. Man zerlegt die Übung in kleine Schritte (1. Zone angucken, 2. Auf Zone zugehen, 3. Draufstellen…) und clickt für jeden richtigen Schritt. Wenn der Hund die gewünschte Position nach einigen Trainingseinheiten zuverlässig findet, kann man beginnen die Verhaltenskette von hinten aufzubauen. (Das heißt: Hund von weiter hinten in die Position laufen lassen. Der Laufsteg sollte jedoch noch sehr flach sein. Wenn der Hund auf Anhieb weiß wo er hinlaufen muss, kann man den Schwierigkeitsgrad weiter erhöhen indem man den Hund immer weiter nach hinten setzt.) Den Click gibt es nur für eine korrekt ausgeführte 2on/2off Position.

 

Mit Hilfe eines Targets

·         Der Hund lernt ein Target (=Zielpunkt, z.B. Bierdeckel) mit der Nase oder den Pfoten zu berühren. Das Verhalten wird geshapt (=geformt. Das heißt dass der Hund wieder für jeden noch so kleinen Schritt der zum Ziel führt belohnt wird. Zum Beispiel Bierdeckel angucken, Bierdeckel beschnuppern, Bierdeckel anstupsen.) Kennt der Hund nun also sein Target und weiß dass er es berühren soll, positioniert man das Target am Ende des Laufstegs auf dem Boden. Der Hund wird auf die Zone gesetzt und für jede Berührung des Targets gibt’s einen Click. Klappt dieser Schritt, kann man den Laufsteg wieder als Verhaltenskette von hinten aufbauen. Wenn der Hund den Laufsteg zuverlässig beherrscht, kann das Target entfernt werden. Allerdings muss der Hund für die korrekte Position weiterhin geclickt werden.

Neben 2on/2off gibt es noch einige andere Kontaktzonen-Methoden, die ich hier jedoch nicht alle aufzählen möchte, da 2on/2off Zonen effektiv und einfach zu trainieren sind.

 

Slalom

Wenn ich schon sage, dass es viele Methoden gibt dem Hund Kontaktzonen beizubringen, so gibt es noch mehr Methoden für den Slalom. Bei einigen lässt sich der Clicker gut einsetzen, bei anderen weniger, für wieder andere ist er unerlässlich.

 

Free Shaping

·         Wenn man den Slalom shapen möchte, ist die 2x2 Methode sehr hilfreich. Hierbei wird erst nur mit einem Slalomtor gearbeitet. Der Hund lernt durch shaping das Tor zu durchlaufen. Nach und nach kommen mehrere Tore hinzu. Durch geschickte Positionierung der einzelnen Tore kann ein Hund innerhalb von Wochen den kompletten Slalom lernen. Beim erlernen des Slaloms durch die 2x2 Methode ist der Clicker unersetzlich

 

Gassenslalom

·         Beim Gassenslalom macht ein Einsatz des Clickers eigentlich nur Sinn wenn der Slalom schon recht eng zusammen steht und Eingänge trainiert werden. Hier kann gezielt für das richtige Einfädeln des Hundes bestärkt werden. Arbeitet man mit Bögen, kann man an der Stelle clicken, wo schon Bögen weggenommen wurden. So weiß der Hund, dass er für genau diese Passage im Slalom belohnt wird.

Im Allgemeinen ist es immer Sinnvoll beim Trainieren von Slalomeingängen kurz nachdem der Hund richtig eingefädelt hat den Clicker zu benutzen. Wichtig hierfür ist jedoch, dass der Hund gelernt hat auch nach dem Click weiterzuarbeiten und den Slalom bis zum Ende zu machen.

 

Sprungtraining

  Gewissenhaftes Sprungtraining kommt leider oft viel zu kurz. Häufig wird sogar ganz darauf verzichtet. Die traurige Bilanz sind Hunde die Stangen schmeißen und Hundeführer die unzufrieden sind. „ Wenn diese eine Stange nicht gefallen wäre…“

Um dem entgegen zu wirken kann auch hier das Clickertraining eingesetzt werden.

 

Free Shaping

·         Der Hund lernt über einen niedrigen Sprung zu springen. Man stellt sich neben eine Hürde und wartet was der Hund anbietet. Schritte in die gewünschte Richtung werden wieder herausgearbeitet. Kekse können in die Sprungrichtung gerollt werden. Wenn der Hund zuverlässig springt, wird die Höhe schrittweise bis auf die tatsächliche Sprunghöhe des Hunde erhöht. Fällt die Stange, bleibt der Click aus. So lernt der Hund das er die Kontrolle darüber hat, ob er eine Belohnung bekommt oder nicht, indem er korrekte bzw. falsche Verhaltensweisen zeigt.

 

Wer jetzt neugierig geworden ist, dem empfehle ich folgende Bücher:

Shaping Success von Susan Garrett

Developing Jumping Skills von Linda Mecklenburg

 

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